Nach Schweden auswandern – eine Krankenschwester erzählt

Sandra im Interview

Hallo Sandra, stell dich doch bitte kurz den Lesern vor.

Hej ich heiße Sandra, bin 43 Jahre alt und komme aus einer Universitätsstadt in Norddeutschland. Mein Lebesgfährte heißt Andreas, ist 48 Jahre und kommt aus einem kleinen Ort in Thüringen. Zusammen haben wir vier erwachsene Kinder, einen Enkelsohn und einen Jack Russle den Pascha. Vor einem Jahr sind wir nach Schweden ausgewandert. Andreas, Pascha, 2 Autos , der Wohnwagen und die nötigsten Sachen die man mitnehmen konnte. Jeder fuhr ein Auto, man hatte viel Zeit zum Nachdenken. Es war ein merkwürdiges Gefühl, in Deutschland keinen Wohnsitz mehr und in Schweden noch nicht angemeldet. Wir saßen abends irgendwo auf einem Campingplatz am Vätternsee und kamen uns vor wie im Film. Und das Abenteuer begann.

Wann hattest du/ihr die Idee auszuwandern und warum Schweden?

Die Idee auszuwandern hatte ich seit vielen Jahren, um genau zu sein seit ungefähr 19 Jahren. Vom ersten Urlaub an in Schweden war ich fasziniert von der Ruhe und der Natur. Immer wieder interessierte ich mich dafür, leider war es aus verschiedenen Gründen nicht möglich es in die Tat umzusetzen. Für mich stand immer fest irgendwann möchte ich nach Schweden auswandern. Der Gedanke es nicht versucht zu haben und das vielleicht ewig zu bereuen, war mich persönlich eine schlimme Vorstellung.
Vor ungefähr drei Jahren erkundigte ich mich nach den Vorraussetzungen um als Krankenschwester in Schweden arbeiten zu können. Eigentlich wollte ich erstmal Informationen sammeln, die Antwort war ein Vorstellungsgespräch. Nachdem Gespräch hatte ich eine Woche Zeit mich zu entscheiden. Wir haben viel geredet und auch mit den Kindern alle Vorteile und Bedenken besprochen. Mit der Unterstützung von Allen haben wir uns für diesen Schritt entschieden.

Wohin genau hat es dich gezogen und wieso genau dort?

Wo wir in Schweden gelandet sind, wurde eigentlich durch meinen Arbeitsvertrag bestimmt. Die ersten Monate wohnten wir in Stockholm. Ich habe dort meine Arbeitsstelle und das Krankenhaus stellte uns für das erste Jahr eine Wohnung. Da wir das Landleben lieben und Andreas in Uppsala arbeitet zogen wir nach etwa drei Monaten um. Über das Internet fand ich ein Haus zur Miete. Kurz nach der Besichtigung bekamen wir die Zusage von unseren Vermietern. Das freute uns riesig. Nun wohnen wir in der Nähe von Uppsala so richtig schwedisch in einem roten Haus im Wald. Ringsherum nur Natur und Tiere.

Gab es zu Beginn irgendwelche interkulturellen Schwierigkeiten mit den Schweden?

Wir sind ein sehr multikulturelles Team auf der Arbeit und ich kann nur sagen man profitiert ungemein davon. Ich denke da wir im Großraum Stockholm/Uppsala wohnen gibt es weniger Schwierigkeiten. Die Schweden sind sehr freundlich und hilfsbereit, wir haben keine negativen Erfahrungen gemacht.

Was gefällt dir an Schweden am meisten?


An Schweden gefällt mir am meisten die Natur, die Ruhe und Gelassenheit der Menschen. Ausserdem hat man hier andere Möglichkeiten in beruflicher Hinsicht. Man wird unterstützt von seinen Vorgesetzten und auch ohne eine einschlägige Berufsausbildung bekommt man die Chance sein Können unter Beweis zu stellen, das ist in Deutschland undenkbar.

Gibt es typisch schwedische Eigenschaften die einem auffallen?


Typische schwedische Eigenscaften? Mmh, sie achten auf sich und ihre Gesundheit auch im Arbeitsalltag. Ihre ruhige und gelassene Art. Ausserdem gibt es eine flache Hierachie, was das Miteinander im Umgang freundlicher und zufriedener macht. Schweden sind sehr glückliche Menschen und können sich an vielen kleinen Dingen erfreuen.

Kommt eine Rückkehr nach Deutschland jemals wieder in Frage? ?

Über eine Rückkehr nach Deutschland denken wir nicht nach.

Gerade jetzt in zeiten von Corona, gibt es Momente in denen du jetzt gerne in Deutschland wärst?


Die Coronazeiten sind für alle nicht so ganz leicht. Für mich persölich ist am schlimmsten, das man nicht nach Deutschland reisen kann. Ich würde gerne meine Kinder treffen. Wir hatten für dieses Jahr eine Menge geplant. Leider fällt das nun alles aus. Uns war es von Anfang an wichtig das wir uns häufig sehen können, leider kann man jetzt nicht sagen ab wann es wieder möglich ist. Das macht mich schon sehr traurig.

Welchen Tipp würdest du Schweden-Auswanderern mit auf den Weg geben?


Im Vorfeld ist es wichtig sich mit der Bürokratie auseinander zu setzen. Selbst wenn man viele Informationen hatte gab es immer wieder Hürden die uns nicht so bewusst waren. Im Nachhinein muß ich sagen war die Personennummer das kleinste Übel.
Wenn man einen Hund hat, ist es von Vorteil wenn man sich von Deutschland aus um eine Hundedagis kümmert, da sie oft ausgebucht sin.
Um sich in der Sprache zu festigen sollte man viel Radio hören und Fernseh gucken. Da man in Schweden fast alles über das Telefon regelt, muß man das Hören trainieren, Die ersten Telefonate waren zum verzweifeln. 🙂

Wo können Leute mehr über dich erfahren und deinem Auswandererleben in Schweden weiter verfolgen

Gerne auf Instagram

Vielen Dank für das Interview Sandra!

Habt Ihr Lust noch ein Auswanderer Interview zu lesen? Dann Klickt hier (Nach Schweden auswandern – Road-Cafe in Schweden eröffnen)

Published by Marco Strong

Marco & Elias - Inspiring the world for Stockholm 🇸🇪

2 thoughts on “Nach Schweden auswandern – eine Krankenschwester erzählt

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