Nach Schweden auswandern – leben und arbeiten im Camphill

Verena im Interview

Dustin & Verena

Hallo Verena, stell dich doch bitte kurz den Lesern vor.

Hej! Mein Name ist Verena. Ich bin 28 und mit meinem Mann Dustin verheiratet. Zusammen mit unserem Boxer Tyson sind wir ein super Team und lieben das Reisen
Wann hattet ihr die Idee auszuwandern und warum Schweden?Unsere Hochzeitsreise haben wir in Schweden verbracht. Dort haben wir uns in Land und Menschen verliebt (wie klischeehaft!) Mein Schwiegervater hat schon immer von Schweden geschwärmt, deshalb haben wir uns dies ausgesucht für die Reise. Nachdem ich dann meine Ausbildung als Sozialbetreuerin abgeschlossen hatte wollte ich für ein paar Monate im Ausland arbeiten. Erst war der Plan alleine zu gehen. Wurde dann aber doch zu dritt und für ein ganzes Jahr. Leider mussten wir aus persönlichen Gründen nach dem Jahr wieder zurück nach Deutschland. 


Du hast dich entschieden in einem Camphill zu leben und zu arbeiten, wie kam die Idee?

Ich bin mir sicher, viele wissen nicht was ein Camphill ist. Deshalb hole ich kurz aus und erzähle erstmal ein bisschen was darüber. Camphills gibt es auf der ganzen Welt. Es sind eine Art von Zusammenschluss von „gesunden“ Menschen und Menschen mit Behinderung. Man lebt zusammen in WGs und meist auf großen Höfen oder in kleinen Dörfern und versorgt sich so gut wie es geht selbst. Bei uns gab es ein riesiges Gewächshaus, 2 Pferde, Hühner und ein großes Feld.In unserem Camphill (Häggatorp) in Vedum waren wir 11 Menschen ohne Behinderung und 10 mit. Entschieden haben wir uns eigentlich dazu weil ich in dem Bereich der Behindertenpflege im Ausland Erfahrungen sammeln wollte. Aber es war so viel mehr wie Arbeit! Man ist 24/7 zusammen und es sind mehr Freunde wie Patienten geworden. Ich vermisse die Zeit wahnsinnig!


Was war dein schönstes Erlebnis in dem Camphill?

Das schönste war unser Urlaub in Nordschweden. Wir waren zu 6. auf einer Insel im Meer. Dorthin mussten wir 20min rudern. Wir hatten keinen Strom und kein fließend Wasser. Es war wirklich der gemütlichste, lustigste und schönste Urlaub den man sich nur vorstellen kann. 


Gibt es auch etwas, das du weniger gut fandest?

Im Camphill haben Menschen aus der ganzen Welt gelebt. Deutschland, Schweden, Namibia, Brasilien, Österreich, Serbien, Phillipinen Und noch viele mehr! Das war oftmals nicht leicht, weil es doch sehr viele Kulturelle Unterschiede gab.


Welchen Beruf hattest du in Deutschland?

Ich war Sozialbetreuerin in der Behindertenpflege. Dies wird leider in Schweden so nicht anerkannt, weswegen ich jetzt in den letzten Zügen meiner Krankenschwesterausbildung in Deutschland bin.


Du bist jetzt wieder in Deutschland, wanderst aber demnächst wieder nach Schweden aus. Was hat das auf sich?

Wir haben große Pläne für unser Leben in Schweden. Wir möchten Urlaube anbieten. Klar jetzt denkt sich jeder „oh also wie jeder 2. deutsche in Schweden“ aber wir wollen mehr wie nur Ferienhäuser zu vermieten. Wir wollen Urlaube für Familien mit Behinderten Kindern oder für Wohngruppen mit Behinderten Menschen anbieten. Viele Eltern mit Behinderten Kindern sind oft nur genau das. Eltern. Durch die vielleicht aufwändige Pflege ihres Kindes können sie nicht mehr Paar sein. Im Urlaub bei uns können sie die Kinder bei uns lassen und mal nur zu zweit etwas unternehmen. Wir sind dafür gut ausgebildet und man braucht sich keine Sorgen machen. Für diesen großen Plan reicht leider meine bisherige Ausbildung in Schweden nicht, weswegen wir unter anderem nach Deutschland zurück sind. Klar hätte ich in Schweden studieren können. Aber mit nachholen des Abiturs und allem hätte das fast 8 Jahre gedauert. Das war mir einfach zu lange! Deshalb haben wir beschlossen das Ganze in Deutschland durchzuziehen.

Haupthaus Camphill

Was gefällt dir an Schweden so gut?

Ich liebe nichts mehr, wie an einem Fluss oder See zu sitzen und nichts anderes zu hören als die Natur.


Du bist im Moment auf Haussuche, ist es schwer ein geeignetes Haus von Deutschland aus zu finden?

Im Moment sehr. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass wir keine besichtigen können durch die aktuelle Situation. Im Januar konnte ich noch ein großes Anwesen besichtigen. Leider ist daraus aber nichts geworden. 


Du kommst wie ich ursprünglich aus Bayern, was ist der größte Unterschiede zwischen Schweden und Bayern?

Die Berge! Tatsächlich werden die mir am meisten abgehen. (Ausgenommen natürlich meine Familie)


Wo fängt man am besten an, wenn man ein Haus in Schweden kaufen will?

Wir sind in einigen schwedischen Gruppen, aber natürlich auch auf Hemnet und Blocket unterwegs.

Boxer Tyson

Welchen Tipp würdest du Schweden-Auswanderern mit auf den Weg geben?​

Lernt die Sprache und dann traut euch! Wir leben nur einmal und sollten genau so leben wie wir das möchten. Wenn es schief geht. Macht nichts! Man kann immer wieder nach Deutschland und in dieses System zurück. Aber einen Versuch ist es immer wert.  


Wo können Leute mehr über dich erfahren und dein Auswandererleben weiter verfolgen?

Am besten auf: Instagram

Habt Ihr Lust noch ein Auswanderer Interview zu lesen? Dann Klickt hier (Nach Schweden auswandern – eine Krankenschwester erzählt)

Published by Marco Strong

Marco & Elias - Inspiring the world for Stockholm 🇸🇪

2 thoughts on “Nach Schweden auswandern – leben und arbeiten im Camphill

  1. Echt top!!! Ich wollte, ich würde mich trauen nach Norwegen auszuwandern. Ich habe die Sprache gelernt und liebe dieses Land mit seinem ganzen Flair.

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d bloggers like this: