Nach Schweden auswandern – Road-Cafe in Schweden eröffnen – Teil 2

Ronnie & Linda im Interview – Teil 2

Hallo Ronnie und Linda, nun seid ihr nach Schweden ausgewandert, wie erging es euch die letzten Tage in der alten Heimat?

Hallo Marco
Unsere Arbeitsstellen haben wir bereits Mitte Mai verlassen mit einem lachenden und weinenden Auge.

An meinem letzten Arbeitstag durfte ich noch ein kleines Abschiedsgeschenk von meinen Arbeitskollegen entgegennehmen, das schätzte ich sehr. Letztendlich waren schon gemischte Gefühle da, wenn man sich nach all den Jahren für immer verabschiedet.

Linda war froh, dass es endlich fertig war, sie durfte ja noch ein paar Tage mehr arbeiten als ich. Aber auch sie schätze die gute Zusammenarbeit mit ihren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen.

Erzähle uns von euren letzten Tagen vor der Abreise.

Wir haben schon vor paar Wochen angefangen unser Hab und Gut in Kartonschachteln zu verpacken. Die letzten Tage wurden aber «Tricky». Uns wurde langsam bewusst, dass wir nicht bis zum letzten Tag in der Wohnung leben können.

Wir mussten ja eine komplette Liste mit Anzahl Kartons, Mobiliar und dem ungefähren Gewicht für den Zoll erstellen. Diese Liste musste noch am Freitag früh durch unsere Beauftragte, Online dem Zoll zugestellt werden.

Glücklicherweise durften wir die letzten Tage vor Abreise noch bei guten Freunden verbringen. Auch das beladen des Anhängers war komplex. Man kann ja nicht einfach Laden, nein es benötigt eine genaue Gewichtsverteilung. Es gilt die Deichsellast sowie die Rad- Achsbelastungen zu beachten.

Zu viel Gewicht auf der einen Seite kann das Fahrverhalten beträchtlich beeinflussen und ist gefährlich. Bei einer Kontrolle kann es zudem teuer werden. Am Freitagmittag war dann bis auf den Drucker alles im Anhänger verladen. Den Drucker benötigten wir noch, um alle Zollpapiere auszudrucken.

Das Wochenende verbrachten wir dann gemütlich bei Freunden inmitten von Lagotto Romagnolo Zuchthunden. Zwei der Hunde hatten zurzeit insgesamt 14 Welpen. Unsere Hündin stammt ebenfalls aus dieser Zucht.

Was benötigt man alles für den Zoll?

Ach man, erinnere mich bloss nicht daran! Es war schwierig einzupacken und abzuschätzen wie viele Karton es gibt und wie viel alles wiegen wird. Also, man benötigt eine Packliste mit Anzahl Kartons, dem ungefähren Gewicht sowie eine Auflistung des gesamten Mobiliars. Wenn man wie wir mit Anhänger fährt, muss die Packliste für die Fahrzeuge separat aufgelistet werden.

Dann Zollpapiere T1 für Auto, Anhänger, Motorrad und Umzugsgut. Dann noch Zollpapiere für den schwedischen Zoll. Für die Online T1 Warenanmeldung benötigt man ebenfalls noch weitere Papiere. Diese Dokumente wurden für uns durch eine Beauftragte erstellt.

Kopien der Fahrzeugausweise der auszuführenden Fahrzeuge werden ebenfalls benötigt. Diese Fahrzeuge müssen mindestens 6 Monate vor Ausreise in deinem Besitz sein und dürfen danach mindestens 1 Jahr weder vermietet noch veräussert werden, ansonsten wird es Teuer! Mit 25% Mwst. und 10% Zollkosten auf den Warenwert ist da zu rechnen. Auch einen Totalschaden oder Diebstahl sollte man sofort dem Zoll melden.

Kopien folgender Dokumente werden ebenfalls benötigt:
Krankenkassenkarte, Pass oder ID, Kaufvertrag der Liegenschaft oder Mietvertrag, Versicherungspolicen der Fahrzeuge. Dann die Aufenthaltsbewilligung für Schweden und die Abmeldebestätigung von der Wohngemeinde in der Schweiz. Letztes erhält man nur wenn sämtliche Steuern beglichen wurden.

Am Tag der Abreise, wie lief das? Hattet ihr keine Probleme am Zoll? Und Corona?

Wir fuhren am Montagmorgen so um 05:45 los und mussten am alten Wohnort noch den Anhänger holen. Anschliessend fuhren wir nach Basel an die Zollstelle. Zuerst beim Schweizer Zoll Pässe zeigen, alle Fahrzeugausweise sowie eine Kopie der Packliste abgeben und ein Formular ausfüllen.

Anschliessend wurde das Formular gestempelt und wir konnten rüber zum Deutschen Schalter. Diese waren nicht begeistert, dass die Onlineanmeldung für jedes Fahrzeug so wie die Packliste separat erstellt wurde. In der Onlineanmeldung T1 kann man alles reinpacken und hätte dann ein Gesamtformular gehabt. Das Ganze war mit enormem Mehraufwand für den Zoll verbunden.

Die zusätzlich mitgenommen T1 Formulare nebst den Online Formularen hätten wir uns ersparen können, die wurden nicht benötigt. Dann kam die erste Herausforderung!

Für alle Fahrzeuge sowie den Warenwert mussten wir eine Kaution in höhe von 16’000.- Schweizerfranken hinterlegen. Diese erhält man einige Tage später nach der Zollabfertigung in Schweden wieder gutgeschrieben. Das Problem war nur, wir hatten ein Kartenlimit von 10’000.- im Monat und 1000.- am Tag.

Das benötigte Geld war vorhanden konnte aber nicht abgebucht werden. Glücklicherweise konnte ich das in einem Telefongespräch mit der Bank lösen. Nach einer guten halben Stunde klappte es dann mit der Bezahlung.

Die Zollstelle in Dänemark war kein Problem, die Wollten die Pässe sehen und fragten nach wo hin wir gehen. Anschliessend hatten wir freie Fahrt.

Die Zollstelle in Schweden war ebenfalls problemlos und verlief gleich wie in Dänemark. Aber dass war natürlich nicht alles, wir mussten ja noch zur Zollstelle in Malmö um die Einfuhr abwickeln. Für das hatten wir ein weiteres schwedisches Zollpapier.

Leider war dieses Dokument nicht vollständig, es fehlte ein Papier für den Anhänger. Da dieser noch keine 6 Monate in meinem Besitz war, musste dieser ja verzollt werden.
Auch Sie hatte keine Freude an den 4 einzelnen T1 Online Transit Papiere. Die Dame war jedoch überaus nett und arbeite die Dokumente ab.

Wir verbrachten dennoch gute 2 Stunden am Zoll um alles Abzufertigen.
Ach ja, das Corona hatte bei unserem Umzug keine grosse Rolle gespielt. Wo man was merkte war in Deutschland, da musste man eine Maske anziehen, wenn man Tanken geht. Oder auch auf dem Camping die erste Nacht, da fühlte man sich schon etwas komisch.

Nornäs, im neuen Zuhause angekommen und was alles ansteht. All das erfahrt ihr im dritten Teil des Interviews.

Wo können Leute mehr über dich erfahren und deinem Auswandererleben in Dalarna Lan weiter verfolgen?

Unter http://www.road-cafe.se oder http://www.road-cafe.com so wie im FaceBook unter Road-Café Nornäs

Vielen Dank für das Interview Ronnie! Ich freue mich schon auf Teil 3 =)

Habt Ihr Lust den ersten Teil von Road-Cafe in Schweden eröffnen zu lesen? Dann Klickt hier

Published by Marco Strong

Marco & Elias - Inspiring the world for Stockholm 🇸🇪

3 thoughts on “Nach Schweden auswandern – Road-Cafe in Schweden eröffnen – Teil 2

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