Alexa – Innenarchitektin mit einer großen Scandi Leidenschaft

Hallo Alexa, stell dich doch bitte kurz den Leuten vor

Hej ich bin Alexa, Innenarchitektin mit einer großen Scandi Leidenschaft.

Ich bin überzeugte Saarländerin und lebe hier mit meinem Freund zusammen in einem alten Stadthäuschen mit kleinem Garten, das wir gerade Stück für Stück renovieren, wobei mir mein Beruf und Leidenschaft natürlich sehr zugute kommt

Zudem bin ich ein extremer Kaffeejunkie und vor
der ersten Tasse Kaffee bin ich nicht so richtig aufnahmefähig. Wenn ich nicht gerade am Arbeiten bin liebe ich es die Welt zu bereisen und mich inspirieren zu lassen.

Alexa, du bist Innenarchitektin mit Scandi- Leidenschaft. Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?

Das war kein sehr gerader Weg den ich da gegangen bin. Mir war immer bewusst dass ich was kreatives machen möchte, aber meine Eltern haben mir schwer ins Gewissen geredet dass ich, bevor ich was künstlerisches mache, doch erstmal was solides lernen sollte.

Das habe ich auch brav gemacht und eine Augenoptikerlehre begonnen und auch abgeschlossen. Danach war der Weg frei und ich habe mich für den Bereich Innenarchitektur an der Fachhochschule in Kaiserslautern beworben.

Unter 20 zu vergebenden Studienplätzen ( voll der Orchideenstudiengang) habe ich dann in einem langen Auswahlverfahren einen heiß ersehnten Platz bekommen und ich konnte endlich loslegen mich kreativ auszutoben.

Dachte ich! Von wegen 😉 zuerst mal musste ich durch die für mich wirklich harten Fächer wie Bauphysik, Statik, Raumakustik…. das war schon in der Schule nicht ganz mein Thema , aber ich habe mich wacker durchgekämpft.

Im Hauptstudiengang lief es dann deutlich entspannter für mich da endlich all das kam in was ich wirklich gut war und weshalb ich den Studiengang gewählt habe, Kunstgeschichte, Baugeschichte, Baukonstruktion, Entwürfe und Ausgestaltung.

Man kann also sagen je näher das Ende des Studiums rückte desto interessanter wurde es für mich. Im Studium hat sich schon gezeigt dass meine Lieblingsdesigner und Architekten aus dem Norden kommen und somit haben mich die skandinavischen langsam Länder komplett in ihren Bann gezogen.

Nach dem Studium war ich dann kurz als Innenarchitektin in einem Architekturbüro tätig bis ich die Möglichkeit bekommen habe für ein großes skandinavisches Möbelunternehmen zu arbeiten.

Diese Gelegenheit habe ich genutzt und bin heute Abteilungsleitern in einer Filialen des schwedischen Giganten für den Bereich Interieur Design und Visuell Merchandising.

Da ich aber meine Wurzeln nicht ganz loslassen kann bin ich weiterhin nebenberuflich als selbstständige Innenarchitektin tätig und habe mich komplett auf den skandinavischen Stil spezialisiert.

Was gefällt dir an dem skandinavischen Einrichtungs-Stil am meisten?

Ich liebe die Schlichtheit der Dinge. Die Skandinavier, gerade die Schweden haben einen ganz anderen Zugang zu Design und Einrichtung als z.B. wir Deutschen.
Das liegt in den Grundwerten verankert. Skandinavier gehen mit Ressourcen ganz anders um.

Aus welchen Materialien werden Produkte hergestellt? Sind sie Nachhaltig? Wie werden Dinge hergestellt? Ist das Produkt es wert Geld dafür auszugeben?
Die Mentalität geht eher in die Richtung Anschaffung fürs Leben zu machen.

Man braucht nicht 5 Teekannen, lieber wird das Geld, auch wenn es etwas mehr ist für DIE Teekanne ausgegeben die in Funktion, Form und Material 100% den Vorstellungen entspricht. Diesen Gedanken liebe ich sehr und ist trendiger denn je.

Auch liebe ich es dass man sich die Natur ins Haus holt. Die lange Dunkelheit und die Winter wecken die Sehnsucht danach Licht ins Haus zu holen. Jalousien und schwere Vorhänge sind da nicht das Thema, sondern eher die Luftigkeit großer Fenster mit transluszenden leichten Vorhängen oder sogar gar keinen.

Soviel Licht wie möglich soll ins Innere strömen. Auch die Liebe zu Kerzen oder anderer Beleuchtung gerade in Winter in den Fenstern ist so schön. Wo ja zwischen den Häusern auf dem Land oft lange Weg liegen will man mit diesen von weitem
schon ein Zeichen setzen dass hier jemand wohnt, sozusagen den Weg leuchten.

Auch Pflanzen spielen im Bereich des Wohnens eine große Rolle. In Form von Zimmerpflanzen, wahnsinnig schönen bunten Sträußen oder gar als Motive für Geschirr und Wohntextilien. Florale Muster sind weitverbreitet. Und das schon sein mehreren Jahrhunderten.

Überhaupt sind die Skandinavier in Textilien und auch in deren Mustern ganz weit vorne. Ich glaube kaum ein Skandinavien Liebhaber kommt an Marimekko oder Klippan vorbei Die Farbgebung ist auch super spannend.

Viele denken ja momentan wenn man seine Wohnung ganz in weiß gestaltet oder Makramee Wandbehänge aufhängt ist dies direkt skandinavisch. Ich denke dazu gehört weitaus mehr. Eine gute Balance mit den hellen Farben zu spielen. Oder aber auch mit den dunkleren.

Natürlich gibt es im skandinavischen Bereich recht häufig die hellen Hölzer,
da diese dort ja beheimatet sind, dennoch bietet der skandinavische Stil extrem viele Fassetten. Die Kunst ist damit zu spielen und eine gute Balance zu finden.

Zum Beispiel unterscheiden sich auch der dänsiche und der schwedische Stil sehr stark. Die Schweden die eher verspielter und naturverbundener, in helleren Farbtönen sind und die Dänen die etwa designorientierter und eleganter in z.B. Grautönen unterwegs sind.

Das ist jetzt aber wirklich nur sehr grob. Es gibt auch den skandinavisch modernen Stil mit hellen Hölzern aber dann viel klare Farben im Kontrast Das ist auch super spannend.

Was halt sehr auffällt ist das in den Nördlichen Ländern sehr viel Wert auf das Wohnen und auf Geselligkeit gelegt wird. Durch die doch recht hohe Lebenshaltungskosten geht man nicht ganz so viel mit Freunden und Bekannten zum Essen oder in Bar, sondern lädt eher nach Hause ein.

Und da ist dann das Haus bzw. die Wohnung DIE Visitenkarte.


Was verbindet dich mit skandinavien am Meisten?

Am meisten verbindet mich mit Skandinavien ganz klar der Grundgedanke des Wohnens, schnörkellos und nur an manchen Stellen sehr Detailverliebt, der nachhaltige Gedanke und die traditionellen Feste wie z.B. Midsommer. Ich finde es unglaublich schön wie diese Traditionen gepflegt werden.

Was gefällt die an Schweden am Meisten?

Ganz klar die Stadt Stockholm. Ich liebe die alten Häuser, durch die Gassen zu schlendern, mich verzaubern zu lassen 🙂 Aber ich muss gestehen, am liebsten im Sommer ich gebe es zu ich bin ein Weichei wenn es um Regen in Großstädten geht.

Welche Art von Räumen richtest zu am liebsten ein? Wo liegt dein Schwerpunkt?

Ich habe keinen richtigen Schwerpunkt denn ich lieb es mich mit allen Räumen zu beschäftigen. Wenn ich es mir aussuchen muss wäre es aber vielleicht die Küche. Es ist immer eine Herausforderung aus einem doch von Funktion geprägten Raum was Wohnliches zu zaubern ohne dass es unpraktisch wird.

Und was ich auch sehr liebe ist es bei Kunden aufzuräumen Lach. Ich habe oft Kunden die einfach nur ratlos sind was ihre Wohnung angeht. Sie sind komplett eingerichtet, viele tolle Dinge aber alles zusammen ist keine Einheit und es sieht sehr zusammengewürfelt aus.

Da ein Konzept zu erstellen wie man mit dem Vorhandenen durch kleine Veränderungen Aussortieren, vielleicht anderer Wand Farbe und Textilien einen einheitliche Look kreiert. Das ist super spannend!

Welches gestalterische Elementsetzt du am liebsten ein um das berühmte lagom im Raum zu zaubern?

Lagom ist für mich ein kleines Zauberwort , es bedeutet * nicht zu viel und nicht zu wenig 😉 genau richtig*. Das interpretiert jeder für sich anders. Ich kann ja einem mit einer riesigen Sammelleidenschaft nicht sagen dass er sich nu etwas reduzieren muss damit nicht zu viel rumsteht…

das würde ihn nicht glücklich machen. Ich kann ihm aber zeigen wie er sich anders mit seiner Sammelleidenschaft auseinandersetzt… muss alles offen rumstehen? Kann man was verstecken? Kann man Sachen saisonal immer wieder austauschen?

Lagom ist wie gesagt individuelles Empfinden in meinen Augen und nicht jeden macht da glücklich was den anderen glücklich macht.

Ähnlich verhält es sich mit hygge. Momentan in jedermans Mund und es ist so unglaublich individuell. Wohlfühlen, es sich hyggelig machen ist auch für jeden anders. Was aber glaube ich alle eint sind Wohntextilien wie Kissen, Teppiche, Gardinen Plaids sowie Stimmungslicht.

Das schafft bei den meisten die schöne kuschelige und heimelige Atmosphäre. Und im Sommer und Winter sieht das Bedürfnis auch immer etwas anders aus. Im Winter darf es von allem etwas mehr sein und im Sommer greift man lieber auf leichteres zurück.

Für mich persönlich ist lagom eher das Wort. Ich liebe es wenn meine Wohnung eher in der Balance ist, es darf nicht zu viel rumstehen, aber auch nicht zu clean sein. Ich habe zB bei unseren Wände viel Wert auf einen kühlen Grauton gelegt damit dann wieder der warme Dielenboden im Kontrast wirken kann.

Eine mattschwarze Küche zu weißen und grauen Wänden und ebenfalls wieder im
Kontrast der Dielenboden. Von der Deko her bin ich eher reduziert obwohl ich eine große Vasen-Sammelleidenschaft habe.

Die wird aber hinter Schranktüren versteckt und je nachdem wird das passende Stück rausgeholt.

Welchen Stellenwert haben Kunstwerke für dich im Rahmen deiner Einrichtungsarbeit des skandinavischen Wohnens?

Mhh was sind Kunstwerke und wovon reden wir? Skulpturen? Bilder? Ist das Bild das ein Kind dir malt auch ein Kunstwerk? Jede Mama würde jetzt wahrscheinlich na klar sagen… und dann sollte man mit all diesen Dingen wertig umgehen!

Ich finde Kunst super und sie sollte auch immer einen schönen Platz bekommen oder geschickt arrangiert werden, mit anderen Dingen die in Material, Art oder Farbe oder Form zusammenpassen damit sie wirkt.

Viele machen den Fehler und arrangieren wild drauf los und wundern sich dann warum es irgendwie nicht so harmonisch aussieht. Man muss wirklich ein Händchen dafür entwickeln und dann ist es super!

Und nochmal zu dem Kunstwerk des Kindes, auch das hat immer einen schönen Platz verdient und muss nicht zwangsläufig am Kühlschrank mit Magnet angepinnt landen.

Wie wäre es mit einem schönen Rahmen an einem festen Platz und man tauscht das Kunstwerk einfach öfters mal aus?

Ist Interior Design ein erlernbares Handwerk oder kommt es hauptsächlich auf Talent an?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich kenne tolle Gestalter die das nie gelernt haben aber ein unglaubliches Talent haben Dinge visuell zu arrangieren und zu kombinieren und umgekehrt gibt es auch Menschen die den Beruf erlernt haben aber nicht so gut anwenden können weil ihnen das Auge dafür fehlt.

Ich denke das Beste ist wenn beides aufeinandertrifft, man die Basis erlernt hat und dann aber das Talent hat dies anzuwenden und darüber hinaus zu wachsen.

Hast du selber ein Vorbild aus dem Bereich Architektur oder Kunst an dem du dich stets orientierst?

Ich lasse mich von unglaublich vielen Inspirieren und das müssen nicht zwangsläufig Künstler oder Architekten sein. Welche mich aber immer inspiriert haben sind Aalto und Panton.

Der eine durch seinen klaren Stil der anderer durch sein revolutionäres Denke und Dinge einfach auszuprobieren und ganz neue Wege zu gehen.

Wo Können die Leute mehr über dich erfahren und deinen Weg weiter verfolgen?

Momentan am besten bei Instagram und ich hoff das bis Mitte Januar endlich meine Webside online bei der es dann komplett um das skandinavische Wohnen geht;

Tipps und Tricks zum Einrichten, skandinavische Lebensweise und über die ich dann auch meine Hilfe bei Wohnproblemen oder Einrichtungsideen anbiete.

Man kann mir seine Wohnung schicken, entweder komplett leer oder eingerichtet, sein Problem schildern und man bekommt dann von mir Vorschläge incl. Herstellerlisten zugesendet.

Habt Ihr Lust auf einen weiteren Artikel? Dann Klickt hier – Titel: Schwedenhaus = Traumhaus – Jutta im Interview

Falls Ihr mehr über mein Leben in Schweden erfahren wollt, schaut auf meiner Instagram Seite vorbei.

Published by Marco Strong

Marco & Elias - Inspiring the world for Stockholm 🇸🇪

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